Software Entwicklung ohne agentischen Workflow verlangsamt die Entwicklung - zusätzlich zu einer schlechteren Qualität
Ich habe die letzten Tage in einem Projekt mitgewirkt, wo keine agentische Umgebung angelegt war und die Entwickler vornehmlich im Dialog mit der KI (hier Claude) gewirkt haben. Dabei kam ich mir vor wie in den “besten” Tage der Windows Administration, jede Menge Zeit vertan mit Warten (Mein Spruch dazu lautet immer: “Wenn ich doch nur für 1 Tag das Geld erhalten dürfte, dass dem Lohn aller Admins zusammen an diesem Tag für die Wartezeit auf irgendeinen Windows-Dialog entspricht.”)
So ging mir das aber auch spätestens am 2. Tag des Projektes mit den Kollegen. Ich ertappte mich beim Trommeln auf die Tischplatte, wenn die Leute wieder mal auf die Antwort für das nächste Scheibchen warteten. Ganz klar, in diesem Workflow wäre der Besuch von Google (als Suchmaschine) und z.B. StackOverflow und Dokumentation viel effizienter und schneller. Außerdem würde dann noch besser verstanden werden, worum es eigentlich (im Source-Code) geht.
Wichtige Erkenntnis außerdem: Die Qualität wird in diesem Vorgehen immer schlechter, denn auch alle anderen sind des Wartens bald müde. Und anstelle sich zu beschweren über die vertane Wartezeit, und vor allem trotzdem alles im Detail immer noch zu prüfen, wird viel schneller abgewunken, bloß um weiterzumachen.
Für eine zielführende und gute Entwicklung und Arbeitsmoral braucht es m.E. einen für die Aufgabe und das Team passenden “agentischen Workflow”.
Das bedeutet für mich: Die Maschine(n) müssen unabhängig einer Eingabe arbeiten und am besten durch die Aufgaben ständig unter Last sein. Die Aufgaben werden von den Entwicklern thematisch und rollierend überprüft und mit weiteren Schritten versehen. Die Ergebnisse (Schritte) der KI müssen überschaubar bleiben (der Diff muss verstanden und gesichtet werden können). So kann das Team ebenfalls durchgehend im Fluss bleiben und ein Projekt voran treiben.
Wir verzichten insbesondere bewusst auf vollständig eigen und “in einem Rutsch” implementierte Features und Funktionen von KI. Bei uns muss jeder Push in den produktiven Zweig immer pair-reviewed verarbeitet und committed/gemerged werden. Es ist ist daher für uns viel natürlicher, den Schaffungsprozess bereits “im Dialog” oder “im Loop” durchzuführen, als erst am Schluss vollständige und komplexe Arbeiten (der KI) nachzubearbeiten.
Für uns ist KI wie ein guter Junior bis Senior Kollege, und so arbeiten wir auch zusammen. Und nicht jeder Senior hat bei uns Push-Rechte für den Produktivzweig – und die KI Kollegen daher auch nicht.


